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Fledermausinfos

Viele Kölner BürgerInnen sind erstaunt wenn man die Aussage trifft, in Köln gibt es fliegende Mäuse. Gerade Köln mit seiner Vielzahl an alten und neuen Gebäuden und seinem Grüngürtel ist ein idealer Lebensraum für Fledermäuse.

Es gibt Vieles über Fledermäuse zu berichten. Die Fledermäuse können ca. 50-70 Millionen Jahre in der Erdgeschichte zurück verfolgt werden. Weltweit sind heute 900 Fledermausarten bekannt. In Deutschland leben etwa 20 Arten, während wir in Köln in der Regel auf 3 - 6 Arten treffen können.

Die Lebensweise der Fledermäuse macht es spannend, sich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, gerade auch, wie sie von uns Menschen behandelt wurden und noch behandelt werden. Was hat man nicht alles versucht, um hinter das Geheimnis zu kommen, wie sich diese Tiere in stockfinsterer Nacht so elegant bewegen können. Im Mittelalter verschloss man Ihnen sogar mit heißem Wachs die Ohren und - siehe da - sie waren flugunfähig.

Die Fledermäuse nutzen Schall mit einer Frequenz oberhalb von 20.000Hz, welcher außerhalb des Hörbereichs des Menschen liegt, zum Aufspüren ihrer Beute und Orientierung. Die Ultraschall-Laute werden bei den meisten Arten durch den Mund ausgestoßen. Die Rückkehr des Schalls verrät der Fledermaus, wo ihre Beute oder ein Hindernis ist. Um herauszufinden, wo Fledermäuse sich aufhalten, auch wenn man sie nicht sehen kann, bedient man sich dem Fledermaus- bzw. „Bat-Detektor“. Vereinfacht dargestellt regelt dieses Gerät die hohen Töne auf einen für uns Menschen hörbaren Ton herab.

Das Jahr der Fledermäuse beginnt mit der Rückkehr aus dem Winterquartier im März bis April. Sie beziehen die Sommerquartiere, die auch als Kinderstube genutzt werden. Vermutet wird, dass durch die Wärme in der Großstadt, die hier lebenden Fledermäuse gar nicht erst (zu) große Wanderungen unternehmen, sondern direkt in Köln überwintern. Im Mai werden die Wochenstuben von den Weibchen gegründet. Die Männchen gründen dagegen reine "Männergesellschaften". Im Juni werden dann die Jungtiere geboren. Jetzt heißt es doppelte Arbeit für die Weibchen: Nachts auf die Jagd gehen und den Nachwuchs säugen. Im August, wenn die Jungtiere schon bald selbst auf Jagd gehen können, treffen Männchen und Weibchen wieder aufeinander. Es gilt, die schönen Seiten des Lebens zu erfahren und, was am wichtigsten ist, für die lange nahrungsarme Zeit der Überwinterung den „Winterspeck“ anzusetzen.

Mit dem Einsatz des Insektizid DDT hätten die Menschen es fast geschafft, eine ganze Tierart innerhalb weniger Jahre auszurotten. Der Bestand unserer heimischen Fledermausarten ging in den 60er und 70er Jahren auf fast drei Prozent zurück. Mittlerweile hat sich Ihr Bestand jedoch wieder etwas erholt. Und das ist gut so, denn 50 Fledermäuse fangen pro Jahr ca. 30 Kilogramm Mücken und wir können ein wenig mückenfreier unseren Aufenthalt in der Natur geniessen.