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Amsel

lat. Name: Turdus merula  engl. Name: Common Blackbird  franz. Name: Merle noir
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Sperlingsvögel  Familie: Drosseln
 
Größe: ca. 25 cm  Lebensraum: Wälder, Parks, Gärten

 

Im Frühjahr kann man früh morgens oder gegen abend auf einer hohen Warte ein singendes Amselmännchen beobachten. Der meliodöse Gesang ist durch seine volltönenden, flötenden Strophen gekennzeichnet. Durch den Gesang kennzeichnet das schwarz gefärbte Amselmännchen sein Revier und zeigt anderen Männchen an, dass das Gebiet nicht betreten werden darf. Kommt es zu einem Revierstreit, kämpfen die Männchen miteinander. Dann kommt der Warnruf als lautes "tix-tix-tix" zum Einsatz. Der schön anzuhörende Gesang dient aber auch der Balz und soll ein Weibchen anlocken. Findet sich eines ein, dann zeigt das Männchen Imponiergehabe: Es nähert sich dem braun gefärbten Weibchen, zittert mit dem Schwanz und richtet sich vor dem Weibchen auf. Ist das Anlocken und Werben, das Balzverhalten, erfolgreich findet eine Paarung statt.

Danach suchen Männchen und Weibchen gemeinsam einen Nistplatz. Beliebt sind Astgabeln in Bäumen, Gebüschen oder in Nischen an Gebäuden. Das Nest wird vom Weibchen gebaut. Es sammelt dafür Grashalme, Stroh und kleinere Zweige. Zur Wärmeisolierung verwendet es Federn, Moos und feuchte Erde. Ist das Nest fertig, legt das Weibchen 4-5 Eier, die 14 Tage lang ausgebrütet werden. Dann schlüpfen die noch nackten und blinden Jungen. Die Amseljungen sind Nesthocker, sie werden von den Eltern durch eine aktive Brutpflege hochgezogen. Kurz darauf wächst den Jungen ein erstes Dunenkleid. Das Männchen begibt sich auf Nahrungssuche und sammelt Regenwürmer, Insekten und Früchte, während das Weibchen die Jungen wärmt und das Nest von Kot säubert. Amseln ziehen die Regenwürmer in einem Stück aus dem Rasen. Der Amselschnabel ist aber auch so gebaut, dass die Amseln Insekten fangen und auch Früchte und Beeren sammeln können. Sind die Jungen größer, gehen beide Eltern auf Nahrungssuche. Kommt ein Elternteil zurück, strecken die Jungen den Hals und sperren den Schnabel weit auf.

Die Eltern stopfen das Futter in die orange-gelb gefärbten Rachen hinein. Zwei Wochen später verlassen die Jungen das Nest. Sie haben jetzt ihr volles Federkleid, können aber noch nicht gut fliegen. Die Jungen werden weitere zwei Wochen gefüttert, bis sie dann selbständig die Welt erkunden. Oft brütet das Weibchen danach ein zweites Mal.
 
Amseln lebten bis vor etwa 150 Jahren als reine Waldvögel. In der Zwischenzeit haben sie sich an den Menschen angepasst und bewohnen Gärten und Parks. Sie sind in ganz Europa, im mittleren Osten und bis China verbreitet. Amseln sind die häufigsten Vertreter der Drosseln.
  
Amseln gelten als teilziehende Vögel. Je nördlicher der Lebensraum ist, umso mehr ziehen sie im Winter Richtung Süden. Die Überwinterungsquartiere liegen in Mittel- oder Südeuropa. Die in den Städten lebenden Amseln ziehen nicht, sie sind reine Standvögel.

Junge Amsel © Daniel Bleyenberg, www.pixelio.de
© kklausi, www.pixelio.de