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Distelfink (Stieglitz)

lat. Name: Carduelis carduelis
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Sperlingsvögel  Familie: Finken
 
Größe: ca. 11 - 13 cm  Lebensraum: Offene, baumreiche Landschaften; Brachflächen

Als die Vögel ihre Farben bekamen, wartete der Distelfink bescheiden ab. Schließlich war er an der Reihe, doch dem Herrn waren die Farben ausgegangen. Da suchte Gott aus seinen Töpfen noch ein paar Farbkleckse zusammen und teilte sie dem kleinen Sänger zu. So erzählt es eine Sage.

In der Dichtung - aber auch in der Realität - gehört der rund zwölf Zentimeter große Distelfink zu den farbigsten Vertretern der Finkenfamilie in der Region. Sein Kopf ist schwarz-weiß mit einer roten Maske, der Rücken bräunlich und der Bauch fast weiß. Die überwiegend schwarzen Flügel haben eine leuchtend gelbe Binde, die gerade im wellenförmigen Flug des Vogels auffällt. Die Jungvögel sind bräunlich, besitzen aber schon die gelben Flügelbinden. Gerade durch ihre Farbigkeit sind die Vögel im Laub der Bäume gut getarnt.

Gut zu beobachten sind Distelfinken, wenn sie in Stauden Samen picken. Ihre Vorliebe insbesondere für Distelsamen hat den Zeisig-Verwandten sowohl den deutschen Namen als auch die lateinische Bezeichnung Carduelis carduelis eingebracht: Denn „carduus“ bedeutet Distel. Der aus dem Polnischen abgeleitete Name „Stieglitz“ bezieht sich wohl lautmalerisch auf den Ruf, der wie ein „Didelit“ oder „Stiglit“ klingt. Der Gesang des Distelfinken ist zart und melodisch.

Zart und filigran wirken auch die Nester, die diese Vögel mit Vorliebe in Astgabeln bauen. Vor allem im Herbst, wenn die Bäume ihr Laub verloren haben, kann man die Nester gut sehen. Dann sind die Jungvögel allerdings längst flügge. Distelfinken brüten - gern in lockeren Kolonien - ab April und legen etwa fünf Eier, aus denen nach rund zwei Wochen die Jungen schlüpfen. Manchmal brüten Distelfinken auch zweimal im Jahr. Ihre Jungen füttern sie zunächst mit Insekten.

Die agilen Vögelchen bevorzugen als Lebensräume Brachflächen, auf denen viele Stauden wachsen. Sie kommen aber auch in naturbelassenen Gärten und auf Obstwiesen vor. Man sieht sie etwa in der Wahner Heide oder auch auf vielen Kölner Friedhöfen. Im Herbst und Winter ziehen die geselligen Distelfinken als so genannte Strichvögel in Trupps umher, bei der Nahrungssuche verständigen sie sich durch ihre Rufe. An Futterhäuschen trifft man sie eher selten an.

Wegen ihres schönen Gesangs und der auffallenden Farbigkeit waren Stieglitze bis ins 20. Jahrhundert hinein beliebte Volierenvögel. Sie wurden mit Lockvögeln gefangen, die im Käfig saßen und sangen. Heute sind Wildfänge verboten. Denn Distelfinken stehen - wie alle europäischen Vogelarten - unter besonderem Schutz.

Die farbenfrohen Finken haben früher viele Maler inspiriert. So tauchen die Vögel beispielsweise auf Bildnissen auf - als Symbol für Ausdauer und Beharrlichkeit. Wegen ihrer Vorliebe für Disteln gelten sie auch als Symbol für die Passion Christi.

© mbd / pixelio.de
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