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Graugans

lat. Name: Anser anser
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Gänsevögel  Familie: Entenvögel
 
Größe: ca. 75 - 90 cm  Lebensraum: meist nah am Wasser, in Sümpfen und Mooren, den Mündungsgebieten oder Uferregionen von Flüssen oder an Küstengewässern

Graugänse sind nicht nur die wilden Vorfahren der heutigen Hausgans, sondern auch eine der häufigsten Wasservogelarten in Europa. Sie gehören zur großen Familie der Entenvögel. Graugänse sind die einzige heimische Gänseart, die auch in Mittel- und Südeuropa brütet. Ringel-, Bläss-, Saat- und Weißwangengänse sind dagegen Wintergäste aus dem Norden.

Während sich bei Enten die Geschlechter meist deutlich unterscheiden, sehen die Männchen und Weibchen bei Gänsen ähnlich aus. Graugänse tragen, wie ihr Name schon sagt, hellgraubraunes Gefieder. Auf der Unterseite ist es teils dunkel gefleckt. Im Flug fallen die silbergrauen Armflügel auf. Der Hals wirkt kräftig, der Schnabel klobig. Graugänse erreichen eine Körperlänge von bis zu 90 Zentimetern und ein Gewicht von 2,5 bis vier Kilogramm. In Europa unterscheidet man zwei Unterarten: Die östlichen Graugänse haben einen fleischfarbenen Schnabel, die westlichen Populationen einen orangefarbenen.

Graugänse gelten als treu und gehen lebenslange Partnerschaften ein. Am liebsten brüten sie versteckt an Seen mit breiten Schilfgürteln und angrenzenden Wiesen. Im März beginnt die Brutsaison: Aus den vier bis sechs Eiern schlüpfen nach rund vier Wochen die Küken. Sie bleiben oft bis zur nächsten Brut mit den Eltern zusammen, halten die Verbindung zu ihnen manchmal auch über Jahre. Überhaupt sind Graugänse gesellig und leben außerhalb der Paarungs- und Brutzeit in Schwärmen. Die Tiere kommunizieren über verschiedene Rufe, darunter das von Hausgänsen bekannte „Ga-ga-ga“.

Wie alle Entenvögel benötigen Graugänse Wasser, um sich wohlzufühlen. Ihre Nahrung besteht aber nicht nur aus Wasserpflanzen. Sie weiden Gräser und Kräuter, fressen gelegentlich auch Stauden, Beeren und Wurzeln. Gerade im Winter sieht man sie auf abgeernteten Raps- oder Getreidefeldern nach Nahrung suchen. Die in den hieisgen Breitengraden brütenden Graugänse sind Standvögel, im Winter kommen zusätzlich Wintergäste aus Nord- und Osteuropa zu uns.

Nach Schätzungen der Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 2000 Graugans-Brutpaare, hinzu kämen mehrere Tausend Nichtbrüter. Eine Zeit lang gingen die Bestände zurück. Mittlerweile haben sich die Graugänse, die übrigens dem Jagdrecht unterliegen, in den vergangenen Jahren in Europa wieder ein bisschen stärker etabliert. Sie kommen heute auch an Stellen vor, an denen man sie früher nicht antraf.

Probleme gibt es gelegentlich dort, wo - wie am Rheinufer in Porz - Graugänse trotz Verboten gefüttert werden und sich dadurch stark vermehren. Normalerweise halten Gänse gegenüber Menschen eine deutliche Fluchtdistanz ein. Und Brot, das teils massenweise in Gewässern landet, tut keinem Vogelmagen gut - auch keinem Gewässer.

Graugans © Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de