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Graureiher

lat. Name: Ardea cinerea
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Schreitsvögel  Familie: Reiher
 
Größe: ca. 90 - 98 cm  Lebensraum: Süßgewässern im Landesinneren, an Flussmündungen sowie in Küstenregionen

Ganz ruhig sieht man Graureiher einzeln an Gewässern stehen und unbewegt auf Beute warten. Manchmal staksen sie auch langsam, mit vorgestrecktem Hals am Ufer entlang. Taucht ein Fisch oder Frosch auf, stoßen sie mit ihrem spitzen Pinzettenschnabel blitzschnell zu. Der Anblick von jagenden Graureihern war zwischenzeitlich selten geworden. In den 60er und 70er Jahren hat man diese Vögel hier in der Region kaum mehr gesehen. Dass sie sich gern von Fisch ernähren, wurde den Vögeln übel genommen. Dank strengerer Schutzregeln hat die Zahl der Graureiher seither wieder zugenommen. Heute gilt für diese Art in fast allen Bundesländern eine ganzjährige Schonzeit.

Die Vögel, die wissenschaftlich „Ardea Cinerea“ und umgangssprachlich „Fischreiher“ genannt werden, gehören zu den Schreitvögeln. Graureiher sind vor allem an stehenden Gewässern, an Tümpeln, Weihern oder Teichen, zu Hause. So können Spaziergänger und Wanderer sie etwa an mehreren Kölner Weihern regelmässig beobachten. Dass sich Graureiher nur von Fisch ernähren würden, ist indes ein Irrtum. Gerade im Winter, wenn die Gewässer gefroren sind, sieht man die Vögel in Feldern stehen und nach Mäusen jagen. Auch Wasserinsekten, Frösche und Molche stehen auf der Speisekarte der anpassungsfähigen Graureiher. In Mitteleuropa sind sie heute sogar die häufigste Reiherart und dringen zum Teil auch in städtische Gebiete vor.

Graureiher haben beinahe Storchengröße. Bei einer Körperlänge von fast einem Meter kommen sie auf ein Gewicht von gerade mal ein bis zwei Kilogramm. Ihre Flügelspannweite liegt bei etwa 1,75 Metern. Die Männchen sind meist etwas größer als die Weibchen. In der Regel dominiert - wie der Vogelname schon sagt - grau als Gefiederfarbe. Kopf und Hals sind meist hell. Graureiher haben schwarze Augenstreifen und lange schwarze Schopffedern. Der Schnabel ist gelb-orange. Gelegentlich sieht man, wie ein Graureiher seinen Kopf an Brust oder Leisten reibt. Damit zerbröselt er die dort sitzenden, nachwachsenden Puderfedern. Das fetthaltige Pulver daraus verteilt er über seinen Körper, um sich vor Nässe zu schützen. Denn bei Graureihern ist die Bürzeldrüse, mit deren Sekret andere Vogelarten ihr Gefieder einfetten, verkümmert.

Markant ist übrigens das Flugbild der Graureiher, die in der Luft gern ihr „Kräick“ ertönen lassen: Sie bewegen sich mit langsamen Flügelschlägen und ziehen dabei - im Gegensatz zu den Störchen - den Kopf bis zu den Schultern zurück, der Hals wird „s“-förmig gekrümmt. Grundsätzlich können Graureiher lange Strecken zurücklegen - zum Beispiel, um in ihre südlichen Überwinterungsgebiete zu gelangen. Ein Teil bleibt allerdings das ganze Jahr über hier, hinzukommen im Winter dann noch Zuzügler aus dem Norden.

Graureiher © Rolf Handke / pixelio.de