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Kiebitz

lat. Name: Vanellus vanellus 
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Regenpfeiferartige  Familie: Regenpfeifer
 
Größe: ca. 30 cm  Lebensraum: Offenes Landschaften

 

Der Kiebitz ist ein Vogel, den selbst Laien auf den ersten Blick erkennen. Das etwa taubengroße Tier mit der dunklen, metallisch glänzenden Oberseite, weißem Bauch und schwarzem Brustband fällt vor allem durch seine Federhaube auf. Diese Federholle besitzen Weibchen und Jungtiere ebenfalls – wenngleich deren dunkler Kopfputz kleiner ist. Ein weiteres Kiebitz-Kennzeichen ist der graue Augenstreif.

Früher waren Kiebitze in Europa weit verbreitet. Es ist eine typische Offenlandart. Kiebitze bevorzugen feuchte Wiesen und Weiden, gern in der Nähe von Gewässern, an denen viel Kleintiere und Würmer leben, das die Vögel mit dem Schnabel auflesen. Doch solche Lebensräume sind heute selten geworden – nicht zuletzt weil der Anbau von Mais und Raps zugenommen hat, die extensive Weidewirtschaft zurückgegangen ist und Feuchtgebiete trockengelegt worden sind. Zwar sieht man Kiebitze heute auch auf frisch gepflügten Feldern, aber das sind meistens Zugvögel. Felder können den Verlust wertvoller Brutbiotope wie Feuchtwiesen und Weiden nicht ausgleichen. Durch den Einsatz von Insektenschutzmitteln und Düngern in der Landwirtschaft gibt es weniger Insekten. Und auf Krabbeltiere am und im Boden ist der Kiebitz angewiesen. Insekten, Larven und Würmer füttert er auch seinen Jungen. Vegetarisches wie Samen oder Körner frisst der Vogel eher selten.

Im Frühjahr, wenn die Kiebitze aus ihren Winterquartieren in Südeuropa oder Nordafrika zurückgekehrt sind, beginnen sie mit der Balz. Die Männchen geben sich viel Mühe, den Weibchen zu imponieren. Die Balzflüge sind spektakulär. Die Vögel vollführen am Himmel akrobatische Manöver mit Sturzflügen und lauten Rufen; zudem erzeugen sie mit ihren Flügeln wummernde Geräusche.

Je nach Witterung legen die Weibchen zwischen März und Juni in einer mit Grün gepolsterten Bodenmulde etwa vier olivbraune Eier mit dunklen Flecken. Nach rund vier Wochen schlüpfen die Küken. Aber auch in dieser Zeit kehrt in den Kiebitz-Revieren keine Ruhe ein. In der Brut- und Aufzuchtzeit vertreiben Kiebitze Eindringlinge aus ihrem Revier mit Scheinattacken und lautem Schreien. Die Jungtiere sind Nestflüchter, können ihren Eltern also gleich folgen. Nach gut fünf Wochen ist der Nachwuchsflügge. Außerhalb der Brut sind Kiebitze oft in größeren Trupps auf Wiesen oder abgeernteten Feldern unterwegs. Ab Juni/Juli machen sich die ersten bereits auf den Weg ins Winterquartier. Ein Teil reist aber erst im Herbst, wenn der Frost einsetzt.

Wie die Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bestätigt, nehmen die Kiebitz-Populationen seit den 1980er Jahren stark ab. Derzeit gebe es ca. 20.000 Brutpaare in Nordrhein-Westfalen – Tendenz fallend. Auf der Roten Liste ist die Art als gefährdet eingestuft. Die Zeiten, in denen Kiebitz-Eier gesammelt und als Delikatesse verkauft wurden, sind meist vorbei: Die Vögel sind streng geschützt. Ihr Name ist wahrscheinlich von ihren Rufen abgeleitet. Die klingen in Menschenohren nämlich wie „chiu-witt“ oder „chä-chuit“. Kiebitze sind manchmal auch nachts zu hören. 

Kiebitz © Kurt F. Domnik / pixelio.de