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Spatz (Haussperling)

lat. Name: Passer domesticus
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Sperlingsvögel  Familie: Sperlinge
 
Größe:
ca. 15 - 17 cm  Lebensraum: Kulturfolger, vor allem zu finden in Dörfern mit Landwirtschaft, Vorstadtbezirken und Stadtzentren mit großen Parkanlagen

Haussperlinge – im Volksmund „Spatzen“ genannt – legen Wert auf gute Nachbarschaft. Am liebsten brüten sie in Kolonien. Das wissen auch die Entwickler von Nistkästen und haben hierfür extra „Reihenhäuser“ entworfen, in denen mehrere Vogelpaare ihre Jungen aufziehen können. Das tut Not. Denn der Haussperling hat zu kämpfen. Die Bestände seien in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen – auch wenn der Haussperling noch der zweithäufigste Brutvogel in Europa ist und fast auf der ganzen Welt vorkommt.

Der Haussperling ist ein Kulturfolger. Er hat sich vermutlich vor rund 10.000 Jahren dem Menschen angeschlossen und folgte ihm bei der Besiedelung neuer Gebiete. Auswanderer brachten den Spatzen bis nach Amerika. Die Menschen haben die Nachbarschaft der Spatzen nicht immer geschätzt. Früher waren Sperlinge alles andere als beliebt. Die Vögel galten als „unkeusche“, Körner fressende „Schädlinge“, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verfolgt wurden. Auch war ihr für Menschenohren eintönig klingendes Tschilpen wenig beliebt. Doch sie sind nützlich, denn sie füttern ihre Jungen auch mit Schadinsekten.

Die älteren Tiere leben meist vegetarisch, von Körnern und Samen. In Städten aber hat sich die Art zum Allesfresser entwickelt. Haussperlinge kommen in Dörfern und an Stadträndern vor, aber auch in Parks und Gärten. Ein naher Verwandter ist der Feldsperling. Dieser gehört zu den Bewohnern ländlicher Gegenden.

Während Feldsperlinge einen komplett kastanienbraunen Scheitel, einen schwarzen Fleck an der Kopfseite und einen weißen Halsring besitzen, haben die kräftigeren Haussperlings-Männchen einen grauen Scheitel mit kastanienbraunem Rand. Auffällig sind ihre weißen Wangen und die schwarze Kehle. Der Rücken ist braun gestrichelt, die Unterseite hell. Die Weibchen sind unauffälliger graubraun gezeichnet. Hausspatzen sind 14 bis 16 Zentimeter groß und haben einen kräftigen Schnabel. Insgesamt gehören zur Familie der Sperlinge 36 Arten, von denen in Deutschland neben Haus- und Feldsperling aber nur der Schneesperling (Schneefink) vorkommt. Hausspatzen sind Standvögel – sie verbringen das ganze Jahr in der Region. Die Sperlinge führen in der Regel eine lebenslange „Ehe“, im März/April beginnt ihre Brutsaison. Manchmal brüten sie drei- oder sogar viermal im Jahr. Nach jeweils zehn bis 15 Tagen schlüpfen vier bis sechs Junge. Allerdings ist die Sterblichkeit hoch.

Dass die Bestände des Haussperlings stark zurückgegangen sind, hat mehrere Gründe: Zum einen finden Spatzen in der modernen Landwirtschaft und in aufgeräumten Gärten weniger Nahrung, zum anderen litten sie unter Wohnungsnot. Bei Haus- und Dachsanierungen werden viele Spalten und Höhlen an Gebäuden geschlossen. Die Bezeichnungen „Sperling“ und „Spatz“ gehen übrigens auf das althochdeutsche „sparo“ beziehungsweise das indogermanische „spar“ für „zappeln“ zurück. Der Name bezieht sich wohl auf das unruhige Verhalten oder das beidbeinige Hüpfen des Vogels.