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Waldohreule

lat. Name: Asio otus 
 
Klasse: Vögel  Ordnung: Eulen  Familie: Eigentliche Eulen
 
Größe: ca. 35 cm  Lebensraum: Offenes Gelände mit niedrigem Pflanzenwuchs

 

Wenn Waldohreulen tagsüber mit ihrem „tarnfarbenen“ Gefieder und schlanker Gestalt in Bäumen ruhen, nah am Stamm, muss man schon genau hinschauen, um sie zu entdecken. Dabei zählen sie nach den Waldkäuzen zu den häufigsten heimischen Eulenarten. Mit einer Körperlänge von rund 36 Zentimetern und einer Spannweite von etwa 95 Zentimetern ist die Waldohreule etwas kleiner und vor allem schmaler als der Waldkauz. Von ihm unterscheidet sie sich auch durch die auffälligen, namensgebenden Federohren, die im Flug oder im Ruhezustand angelegt werden können, und orange-gelbe Augen (Waldkäuze sind rundköpfig und dunkeläugig). Das Gefieder der Waldohreulen ist bräunlich mit dunklen Sprenkeln oder Marmorierung. Ihr heller Gesichtsschleier wirkt durch die hervorstehende Stirnbefiederung zwischen den Augen „v“-förmig geteilt.

Waldohreulen sind ausgesprochene Mäusejäger. Zu ihren Jagdflügen brechen die Eulen in der Dämmerung und dann wieder vor Sonnenaufgang auf, dazwischen liegt in der Regel eine mehrstündige Ruhepause. Zum Jagen benötigen Waldohreulen offenes Gelände. Sie brüten an Waldrändern, in Feldgehölzen oder einzeln stehenden Büschen und Bäumen. Ein interessantes Phänomen sind ihre Schlafbäume. Das sind in der Regel dichte Nadelbäume, in denen sich die Waldohreulen in der kalten Jahreszeit zum Ruhen zusammenfinden. Sie werden teilweise von mehreren Dutzend Tieren besucht und auch über mehrere Eulengenerationen beibehalten.

Während der Brutzeit leben Waldohreulen paarweise. Im Februar beginnt die Balz. Mit Rufen und Imponierflügen, bei denen sie die Handschwingen unter dem Körper laut klatschend zusammenschlagen, werben die Partner umeinander. Zum Nisten suchen sie sich mit Vorliebe verlassene Krähen- oder Elsternester. Im März/April legen die Weibchen im Schnitt vier oder fünf Eier. Nach vier Wochen Brutzeit schlüpfen die Jungen, die schon nach etwa 20 Tagen aus dem Nest geschickt ins Geäst klettern. Auch wenn sie fliegen können, werden die fiependen Jungeulen noch eine Weile von ihren Eltern weiter versorgt.

In der so genannten "Bettelflugperiode" kommt es immer wieder vor, dass Spaziergänger junge Eulen oder Käuze finden und glauben, diese wären von ihren Eltern verlassen worden. Das ist aber nur in den seltensten Fällen so. Deshalb sollte man die Jungtiere unbedingt dort sitzen lassen. Die Vögel in den rheinischen Breitengraden leben das ganze Jahr hier; im Winter kommen Gäste aus Nordeuropa hinzu, die Zugvögel sind. Sie halten sich gern in der Nähe von Siedlungen auf. Laut Vogelschutzwarte des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz gibt es in Nordrhein-Westfalen rund 4000 Brutpaare der Waldohreule, Tendenz abnehmend. In die aktuelle Roten Liste sind sie als gefährdet aufgenommen worden. Zwar schwanken die Bestände mit den natürlichen Zu- und Abnahmen der Mäusepopulationen. Für die Zukunft der Eulen ist es aber wichtig, dass strukturreiche Landschaften mit Dauergrünlandflächen und Feldgehölzen erhalten bleiben.

Waldohreule © Stephan Teckert / pixelio.de